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November-Dezember-Januar 2020/2021

Aktuelle Ausgabe

Euch ist heute der Heiland geboren

In diesem Jahr werden sie tatsächlich aus einem Haushalt kommen: Maria und Josef, die sich auf den Weg nach Bethlehem machen. Und auch die Hirten sind aus einer Familie. Die Engel halten gebührend Abstand. Und die Weisen erreichen frühestens am 6. Januar den Stall, wenn die anderen schon wieder weg sind, damit es kein Gedränge in der Nähe des Jesuskindes gibt. Das Krippenspiel am Heiligen Abend findet draußen auf der Gemeindewiese vor der Kirche statt oder online.

Auf neue Weise und unter ungewohnten Bedingungen werden wir in diesem Jahr Weihnachten feiern. Sicherlich werden wir manches vermissen. Vor allem die Menschen, die selbstverständlich mit am Tisch gesessen haben und nicht dabei sein können. Aber auch manches andere: Die vollen Kirchen mit singender Gemeinde, das Treffen im großen Freundeskreis oder Besuche hin und her, vielleicht auch die Auszeit im Weihnachtsurlaub. Das macht schmerzlich deutlich, in welche Welt Gott kommt. Eben nicht ins komfortabel geheizte Wohnzimmer an einen festlich gedeckten Tisch im Kreis der Familie. Nein, das will ich überhaupt nicht madig machen! Das genieße ich doch auch alle Jahre wieder sehr gerne. Aber ich ahne: In diesem Jahr sind wir durch die momentanen Umstände näher dran an der zerbrechlichen und fragilen Wirklichkeit, in die Gottes Sohn hineingeboren wurde.

Ich bin sicher, auch Maria hatte sich die Geburt ihres ersten Sohnes ganz anders vorgestellt, Josef sowieso. Unbehaust, ohne Dach über dem Kopf, fern von vertrauten Menschen, die unterstützen können, möchte keine Mutter ihr Kind zur Welt bringen. Dass die ersten Besucher nicht die Großeltern oder Geschwister, sondern ziemlich hartgesottene Burschen von den Feldern Bethlehems sein würden, war wohl auch nicht in ihrem Denkhorizont. Doch gerade die deuten das Geschehen auf ganz wunderbare Weise. Die Hirten berichten: Der Himmel sei offen, die Engel hätten gesungen, Gott lässt die erschöpfte Schöpfung nicht im Stich. Gott lässt seine verunsicherten Menschen nicht im Stich. Die Männer geben die Botschaft der Gottesboten weiter: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“

Die Welt ist nicht heil an Weihnachten, damals nicht und heute auch nicht, aber der Heiland ist geboren. Gott überlässt die Welt nicht sich selbst, sondern kommt als Krippenkind. Er hält die Welt aus und scheitert an ihr als Mann am Kreuz. Und er überwindet als Auferstandener den Tod und alles, was uns zu schaffen macht. Unglaublich aber wahr! Wir sind eingeladen, Weihnachten wie die Hirten Zeug*innen des Geheimnisses der Menschwerdung Gottes zu werden, das Kind in der Krippe zu schauen und einzustimmen in den Lobpreis der Engel. „Gloria, Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden!“ Das ist nicht gebunden an äußere Umstände, das geschieht, weil Gott uns nicht im Stich lässt.

Dass Sie das erfahren, das ist mein Weihnachtswunsch für Sie alle!

Ihre Pfarrerin Karin Weber

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