Glockenläuten zum Gedenken der Pandemieopfer

Am Sonntag, den 18. April, wird bundesweit den Opfern der Pandemie und ihrer Angehörigen gedacht. Auch in Wuppertal findet eine kommunale Gedenkveranstaltung statt.

Die Kirchen in unserer Stadt läuten zwischen 12 und 12.15 Uhr ihre Glocken, um dem Gedenken einen würdigen Rahmen zu geben und zur Fürbitte aufzurufen.

Wenn Sie am Sonntag die Glocken hören, laden wir Sie zum Innehalten ein und zum Gebet. Für die an Covid-19 Verstorbenen, ihre Angehörigen, für an Langzeitfolgen Leidende, für die, die auf den Intensivstationen kämpfen.

 

Gebetsvorschlag

GOTT, UNSERE ZUFLUCHT,
wir suchen bei dir Trost und Stärkung
in dieser beängstigenden Zeit.

Als die Pandemie über uns kam,
wussten wir nicht, wie uns geschah,
mussten uns an Regeln gewöhnen,
die wir nie für möglich gehalten hatten,
und hofften, es ginge alles bald vorbei.

Aber jetzt ist sie gekommen,
die befürchtete nächste Welle,
schwemmt wieder viele Pläne weg
und verbreitet neue Angst und Ungeduld.
Gott, es ist schwer, sich daran zu gewöhnen,
dass unser Leben so lange von Corona bestimmt ist.
Wir vermissen schon so lange unsere Unbefangenheit,
die körperliche Nähe zu anderen Menschen,
alles, was uns früher so selbstverständlich schien.
Bei manchen von uns liegen die Nerven blank,
der Umgangston wird rauer,
das Misstrauen wächst.
Wir bitten dich, Gott:
Steh uns bei.
Wir wollen uns nicht unterkriegen lassen von Corona,
uns nicht den Blick vernebeln lassen für das Gute,
das wir immer noch erleben,
wollen nicht blind sein für das Leid vieler anderer Menschen,
das oft viel größer ist als unseres,
wollen nicht schweigend hinnehmen,
dass die Zerstörung der Schöpfung immer weiter geht.
Gott, du kannst alles wenden.
Wir bitten dich,
befrei die Welt von den Schrecken der Pandemie,
und stärke unseren Zusammenhalt
über alle Grenzen hinweg,
damit aus den beklemmenden Erfahrungen
Gutes wachsen kann.

(Pfrin i.R. Sylvia Bukowski, in: Worte finden, 2021, 142,f)