Neue Gottesdienstlandschaft in der Gemeinde

Wenn Sie bereits auf die letzte Seite dieses Gemeindebriefes geblickt haben, wird es Ihnen aufgefallen sein: Der Turnus unserer Gottesdienste hat sich verändert. Schon lange vor der Coronazeit haben wir eine Veränderung des Turnus geplant, die wir mit Beginn den Sommerferien für ein Jahr ausprobieren: Ab Juli feiern wir an den meisten Sonntagen nur noch in zwei Kirchen Gottesdienst. Das heißt: Eine Kirche wird sonntags keinen Gottesdienst anbieten.

Ausnahmen: Feiertage

Zu bestimmten Feiertagen und zu besonderen Kirchenjahreszeiten werden wir weiterhin drei Gottesdienste anbieten: An den vier Adventssonntagen, Weihnachten (24.12. & 25.12.), den sechs Sonntage in der Passionszeit, der Karwoche (Gründonnerstag und Karfreitag), Ostersonntag, Erntedank und Totensonntag.

Warum wir das entschieden haben

Seit März 2020 haben wir in der Gemeinde eine halbe Pfarrstelle weniger zur Verfügung. Pfarrer Dr. Holger Pyka ist nun mit einer halben Stelle als Dozent am Predigerseminar in Wuppertal tätig. Eine andere halbe Stelle haben wir 2019 aus finanziellen Gründen einsparen müssen, als wir die Stelle für die Arbeit mit Senior*innen an der Thomaskirche nicht wiederbesetzt haben.

Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben wir 2020 eine ganze Stelle ausgeschrieben. Das ist ein starkes Zeichen für unser Engagement in dem Bereich. Aber unterm Strich sind das auch weniger Stunden als zuvor.

Reduzierung um 30%

Um weiterhin gute Arbeit für alle Generationen anbieten zu können, hat das Presbyterium 2019 beschlossen, nicht mehr so viele Angebote gleichzeitig in den drei Häusern anzubieten. Um die Pfarrer*innen angesichts der Mehrarbeit durch den Wegfall der halben Stellen zu entlasten und um weitere Personalkosten bei den Doppelangeboten zu sparen, lautete das Ziel: Einsparungen der hauptamtlichen Arbeit bei den Gottesdiensten um 30%.

Könnten Sie schätzen, wie viele Gottesdienste wir bisher jedes Jahr in den drei Kirchen gefeiert haben?

Wir haben nachgezählt: Es waren in zwölf Monaten 177 Gottesdienste. 152 davon wurden an Sonntagen angeboten. Das Presbyterium hat den Ausschuss für Theologie & Gottesdienst beauftragt, einen Vorschlag zu machen, wie diese Anzahl um 30%  reduziert werden könnte. Das Ergebnis lautet: In Zukunft feiern wir an zwei Predigtstätten und nicht mehr in drei Häusern gleichzeitig.

Uns ist dieser Entschluss nicht leicht gefallen. Sontagmorgens eine verschlossene Kirchentür? Das wolltan auch wir uns anfangs nicht vorstellen. Wir haben einige Abende damit gerungen, doch am Ende war klar: DIe Kirche hat sich immer verändert, und sie wird sich auch in Zukunft verändern. Und schließlich: Auch in der Vergangenheit haben bei weitem nicht alle Gottesdienstteilnehmenden jeden Sonntag „ihre“ Kirche besucht

Gottesdienste stark machen: Themen & Fahrdienste

Wenn wir an den meisten normalen Sonntagen nun zwei Gottesdienste anbieten, möchten wir dazu das Angebot der Fahrdienste ausweiten. Dazu suchen wir noch PKW Fahrer*innen in allen drei Bezirken. Gleichzeitig sollen die Gottesdienste profilierter und damit attraktiver werden. Es ist zum Beispiel denkbar, einen Sonntag mit klassischer Liturgie und Musik anzubieten und einen anderen Sonntag, an dem der Gottesdienst thematisch geprägt und moderner gefeiert wird.

Ein Jahr auf Probe

Der neue Gottesdienstturnus soll ab Juli ein Jahr probeweise durchgeführt werden. Der theologische Ausschuss wird dazu ein Evaluationskonzept erarbeiten mit dem wir unsere Erfahrungen und die  Rückmeldungen der Gemeindeglieder dokumentieren und auswerten können. Geplant war das für Herbst 2021. Da wegen der Coronapandemie die Gottesdienste momentan nur eingeschränkt gefeiert werden können, wird die Auswertung leider später stattfinden müssen.

Wir sind von dem neuen Gottesdienstkonzept überzeugt. Eigentlich wollten wir mit viel Freude, Elan und einem starken Anfang den neuen Gottesdienstturnus beginnen. Wir haben geträumt von gut getakteten Fahrdiensten, fröhlichen Kirchcafés und neuen Begegnungen zwischen den Bezirken. Corona hat uns leider den fröhlichen Auftakt durchkreuzt.

Wir sind auf Ihre und Eure Rückmeldungen angewiesen! Derzeit arbeiten wir an verschiedenen Methoden. Bis die fertig sind, freuen sich Presbyterium und Pfarrteam über Erfahrungsberichte!